Der neoliberale Charakter des TA

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Da trauert der links-liberale Tagesanzeiger (TA) doch tatsächlich über weniger Globalisierung als Folge des Wahlausgangs in den USA. Im Interview mit Klaus Wellershof, der im Photo oben so betroffen dreinschaut, scheint “der heftige Schlag gegen die Globalisierung” einer der schlimmsten Aspekt dieser Wahlen zu sein. Sollte eine links-liberale Zeitung sich nicht darüber freuen, dass zumindest der Globalisierung etwas in den Weg gestellt wird? An schlechten Aspekten haben wir heute ja genug.

Oder soll die Leserin, der Leser in der derzeitigen Schock-Starre ein wenig Nachhilfe bekommen, dass “Trump = schlecht,  Globalisierung = gut” ist, im Sinne von “Trump ist gegen Globalisierung, also muss Globalisierung gut sein”?

Wie der vorherige Artikel — auch von Markus Diem Meier — werden wir unterschwellig im Propaganda gefüttert. In derzeitigen Zustand, in dem sich der Leser befindet,  wird alles, was Trump angeprangert hat, zum Übel erklärt. Zu schwach, um noch klar zu denken, schluckt die Leserin alles kritiklos.

Welch eine Gelegenheit die Globalisierungsgegner als Trump-Beführworter zu verunglimpfen oder für die NATO Werbung zu machen!

Der TA nutzt sie. Mehrfach.


Im Interview klagt der Befragte: “Es muss uns zu denken geben, dass die Mehrheit der Amerikaner einen Lügner zum Präsidenten gewählt habt.” Dass die Konkurrentin ebenso eine Lügnerin ist , vergisst er.  Masslosigkeit, Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Faktenresistenz sind in Trumps Fall das Problem, aber vielleicht hat er ja dies gemeint mit dem Term ‘Lügner’.

Wellershof kritisiert Trumps Aussage, die Infrastruktur der US wieder aufzubauen zu wollen wie anderswo. Es sei   “…unmöglich, das aufzuholen, was bisher so lange verschlafen wurde.”  Mit Verlaub, aber in einem Land, das 50% der Steuereinnahmen in die Rüstung steckt und das reichste Land der Welt ist und in den letzten Jahren hunderte von Milliarden Dollar einfach neu gedruckt hat, um faule Kredite aufzukaufen, soll ein Infrastrukturprogramm nicht möglich sein? Dass es unter Trump nicht zu Stande kommt, wäre glaubhafter, aber möglich wäre es allemal.

 

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