Wie eine schwarze Wolke am Horizont …

Als ich vor einigen Jahren das Journal21 entdeckte, war ich begeistert. Doch die Begeisterung verflog mehr und mehr, als ich erkannte, dass der angebliche Qualitätsjournalismus leider nicht die Qualität aufwies, die ich erwartet hatte. Die Artikel waren – mit wenigen Ausnahmen – geprägt von oberflächlicher Recherche und deutlich US-freundlich.

Infosperber wurde die neue Hoffnung. Doch in letzter Zeit mehren sich Artikel, die einen dumpfen Verdacht aufkommen lassen. Wie eine dunkle Gewitterwolke am Horizont, die sich mehr und mehr verdichtet, scheint mir der Infosperber doch nicht jenen kritischen Blick inne zu haben, den er vorgibt zu vertreten. So übersieht der InfoSperber, dass diverse Artikel sich zwar US-kritisch geben in der Aufmachung, in der Essenz jedoch echte Kritik vermissen lassen. Dabei sind die offen kritischen Artikel, wie jener von Andreas Zumach, der sich über das US-Nein bezüglich dem Verbot von Atomwaffen empört[1], im Grunde irrelevant. Denn die öffentliche Meinung ist sich wohl weitgehend einig, dass ein Nein zum Verbot von Atomwaffen nicht dem Ideal entspricht, wofür der US-Präsident Obama damals den Friedensnobelpreis bekommen hat.[2] Vielmehr geht es darum, eine Autorität als ‘linkes Blatt’ oder ‘linker Autor’ zu kreieren, um dann der Leserschaft gezielt eine Meinung zu suggerieren. So könnte z.b. gezielt Propaganda für Bodentruppen („troups on the ground“) in Syrien betrieben werden, um Zustimmung für einen Angriffskrieg gegen Syrien zu schaffen. Denn für einen Krieg mit Bodentruppen in Syrien muss der NZZ-Leser nicht überzeugt werden. Das Establishment orientiert sich ‘natürlich’ an der Weltmacht – eine pro-US Haltung ist daher auch im Kriegsfalle anzunehmen. Die Linke jedoch wird sich wehren. Damit eine Invasion Zustimmung erhält resp. weniger Kritik erntet, ist dezidierte Propaganda in Linkskreisen natürlich besonders wirksam.

Über einige Artikel im InfoSperber, die ich befremdlich fand, habe ich geschrieben[3].

Die grosse Frage für mich: Ist der InfoSperber ein Maulwurf, eine Publikation, die nur dazu geschaffen wurde, unter linkem Deckmäntelchen subtil pro-amerikanisches Gedankengut in ein besseres Licht zu rücken oder Zweifel an US-Kritik zu sähen?

Beweise habe ich keine – nur eine düstere Befürchtung wie die Gewitterwolke am Horizont.

Wir sollten auf jeden Fall wachsam bleiben. Damit wir nicht eines Tages zurückblicken, und sehen, dass der Sperber in Wirklichkeit ein Adler war …

***

1 USA stemmen sich gegen ein Atomwaffen-Verbot, http://www.infosperber.ch/Politik/UNO-Resolution-Verbot-von-Atomwaffen

2 Auch ein Protest dagegen ist irrelevant. Die grossen Medien berichteten darüber kaum. Wir können uns daher ‘gefahrlos’ über dieses Nein empören.

 

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One thought on “Wie eine schwarze Wolke am Horizont …

  1. Nach meiner Erfahrung hat man bei Infosperber halt wahnsinnig Angst, dass wirklich fundierte Kritiken Prozesskosten verursachen. So à la Jean Ziegler.
    MfG
    Werner T. Meyer

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